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CARL REINECKE

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Neuausgaben von Reinecke Werken

Musikbibliothek Leipzig

Bibliothek d. Hochschule f.M.u.T. Leipzig

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Reinecke Musikverlag

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Neuausgaben von Reinecke Werken

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Op. 271 ist in einer Ausgabe nach den Quellen im Reinecke Musikverlag erscheinen.
Prof. Peter Damm hat diese Arbeit freundlicherweise übernommen.
Mit unglaublichem Engagement und professioneller Recherche ist es Ihm gelungen ein völlig überarbeitetes und korrigiertes Material zur Verfügung zu stellen.

Unten finden Sie das Vorwort zu dieser Ausgabe.

CARL REINECKE
op. 271 Sextett für Flöte, Oboe, Klarinette, 2 Hörner und Fagott
Ausgabe nach den Quellen
herausgegeben von Peter Damm
Reinecke Musikverlag Leipzig

Vorwort

Carl Heinrich Carsten Reinecke wurde am 23. Juni 1824 in Altona (damals zu Dänemark, heute zu Hamburg gehörend) geboren. Er war Dirigent, Komponist, Musikpädagoge und Musikschriftsteller. Als Pianist – Reinecke war ein angesehener Mozart-Interpret – unternahm er Konzertreisen durch Europa.
Im Alter von sechs Jahren begann seine schulische und musikalische Ausbildung, die der ehrgeizige Vater Johann Peter Rudolf Reinecke allein übernahm. Dessen autoritärer Erziehungsstil, seine Strenge und übertrieben hohe Anforderungen prägten Reineckes Leben, ließen ihn nach eigener Aussage „zu einer allzu weichen nachgiebigen Natur“ werden.
Nachdem er in jungen Jahren Clara Wieck und Franz Liszt am Klavier erlebt hatte, beschloss er, Pianist zu werden. 1835 debütierte er in Altona, 1843 trat er in Kopenhagen auf. Schon bald begann er auch zu komponieren und eigene Schüler zu unterrichten. Unzufrieden mit seinen bisher erworbenen Fertigkeiten, plante Reinecke einen Studienaufenthalt in Leipzig. Ein Stipendium des dänischen Königs und holsteinischen Herzogs Christian VIII. ermöglichte ihm die Reise in die Musikstadt, wo er in den Jahren 1843 bis 1846 seine Fähigkeiten im Klavierspiel und in Komposition zu vervollkommnen gedachte. Während dieser Zeit spielte er auch mehrmals dem von ihm bewunderten Felix Mendelssohn Bartholdy vor, der damals Gewandhauskapellmeister war und den er durch Vermittlung von Niels W. Gade kennenlernte. Mendelssohn verschaffte Reinecke u.a. die Möglichkeit, im Leipziger Gewandhaus als Pianist aufzutreten. Sein Debütkonzert gab er am 16. November 1843. In Leipzig hatte Reinecke neben anderen auch eindrucksvolle Begegnungen mit Robert Schumann. Mendelssohns und Schumanns Kompositionen hinterließen prägende Eindrücke.
Nach einer kurzen Episode als Pianist am dänischen Hof (1846/48) kehrte Reinecke nach Leipzig zurück. Bereits 1849 verließ er die Stadt wieder, um sich in Bremen als Dirigent zu betätigen. Über Paris, wohin ihn Hector Berlioz einlud und wo er Hiller begegnete, kam Reinecke 1851 nach Köln. Ferdinand Hiller, Direktor des Konservatoriums, hatte ihm die Position als Lehrer für Klavierspiel angeboten. Von 1854 – 1859 war Reinecke Kapellmeister in Barmen. Im Mai 1859 wurde er zum Universitätsmusikdirektor und Leiter der Singakademie in Breslau, 1860 zum Kapellmeister des Leipziger Gewandhauorchesters berufen. Dieses Amt übte er bis 1895 aus, 35 Jahre in dieser Position war keinem Dirigent nach ihm vergönnt. Zeitgleich lehrte Reinecke bis 1902 Klavierspiel, Komposition und Ensemblespiel am Konservatorium. Nach der für ihn überraschenden Kündigung durch das Gewandhausdirektorium unternahm Reinecke einige längere Konzertreisen als Pianist. Im Gewandhaus trat er noch einmal am 25. Januar 1906 gemeinsam mit seinem Schüler Fritz von Bose auf. Sie spielten anlässlich des 150. Geburtstages von Mozart dessen Konzert für zwei Klaviere Es-Dur (KV 365). Carl Reinecke erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Am 10. März 1910 verstarb er in Leipzig.
Reinecke war keineswegs ein nur als konservativ zu bezeichnender Dirigent, stellte er doch im Gewandhaus erstmals Tschaikowskis 5. Sinfonie oder Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ vor und führte auch Wagners „Siegfried-Idyll“ und den Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“ auf. Wenn man Reineckes Einsatz für die Werke von Schumann und Brahms sowie von Bruch, Berlioz, Bizet, Saint-Saëns und Strauss bedenkt, ergibt sich ein weitaus ausgewogeneres Bild, als es gemeinhin überliefert ist. Nicht zu vergessen ist, dass Reinecke auch historische Konzerte als Zyklus veranstaltete und damit eine Mendelssohnsche Tradition fortsetzte. Trotz schwieriger räumlicher und organisatorischer Umstände, unter denen er sein Amt bis zur Einweihung des neuen Gewandhauses 1884 ausübte, war er ständig um eine bestmögliche Erfüllung seiner Aufgaben als Dirigent bemüht. So ist es auch Reineckes Verdienst, dass bereits kurz nach seinem Amtsantritt 1861 der Gewandhauschor gegründet wurde, der 1869 die vollständige siebensätzige Fassung des Brahms‘schen Requiems uraufführte.
Carl Reinecke hinterließ ein umfangreiches Œuvre unterschiedlichster Gattungen; zahlreiche Kompositionen sind von Mendelssohn und Schumann beeinflusst.

Im Dezember 1904 wird angezeigt
, dass im Verlag Jul. Heinr. Zimmermann, Leipzig, Partitur und Stimmen des Sextetts op. 271 für Bläser als neuestes Werk von Carl Reinecke erschienen sind.

Carl Reinecke und der Verlagsgründer Julius Heinrich Zimmermann (1851–1923) waren eng befreundet, zwischen 1888 und 1905 publizierte der Verlag zahlreiche seiner Werke. Am 2. April 1904 unterschrieb Carl Reinecke den Verlagsvertrag für das Sextett.
Durch seine langjährigen Erfahrungen als Dirigent war Reinecke ausreichend mit der Technik, den Klangeigenschaften und der Ausdrucksfähigkeit der Blasinstrumente vertraut. Bereits vor dem Sextett op. 271 komponierte er 1892 ein Oktett B-Dur op. 216 für Bläserensemble. Zu den weiteren Kammermusikwerken für Bläser gehören ein Trio a-Moll op. 188 für Klavier, Oboe und Horn (komponiert 1886), das Trio A-Dur op. 264 für Klavier, Klarinette und Viola, das Trio B-Dur op. 274 für Klavier, Klarinette und Horn (komponiert 1905). Solowerke für Blasinstrumente sind das 1871 komponierte Notturno Es-Dur op. 112 für Horn und Orchester, die 1882 komponierte Undine Sonate e-Moll op. 167 für Klavier und Flöte, Introduzione ed Allegro appassionato op. 256 für Klavier und Klarinette sowie das Konzert D-Dur op. 283 für Flöte und Orchester und schließlich die Ballade D-Dur op. 288 für Klavier und Flöte.
Das 1903 komponierte dreisätzige Sextett op. 271 zeichnet sich durch farbige Harmonik und eine exemplarische Instrumentierung aus, sorgfältig ausgewogen erscheint jede Stimme innerhalb des Ensembles. Dem ersten Satz, einem Sonatenhauptsatz, schließt sich ein dreiteiliger Adagiosatz an, in dessen Zentrum ein heiteres, wiederum dreiteiliges Scherzo steht, dem eine verkürzte Reprise des Adagios folgt. Der sprühende Finalsatz ist dreimal dreiteilig gestaltet, wobei der Mittelteil als graziöser Walzer angelegt ist, dem eine verkürzte Reprise des ersten Teils und die Coda folgen.
Wann und wo die Uraufführung stattfand, lässt sich nicht nachweisen. Eine Aufführung am 28. Januar 1905 in Triest wird als erste bezeichnet, doch bestehen berechtigte Zweifel. Beim Vergleich von Partitur und Stimmen gibt es deutliche Differenzen, die vermuten lassen, dass die gedruckten Stimmen nach bereits ausgeschriebenen und gespielten Stimmen, versehen mit Eintragungen der Instrumentalisten, hergestellt wurden. Demzufolge muss bereits vor der Drucklegung ein Aufführung bzw. Einstudierung stattgefunden haben. Offen bleibt auch die Frage, ob Carl Reinecke diese Eintragungen kannte und sanktioniert hat.

An dieser Stelle danke ich all denen, die meine Arbeit unterstützten. Mein besonderer Dank gilt Frau Dr. Ute Schwab (Gettorf) für ihre hilfreiche Unterstützung meiner Recherchen. Weiterhin danke ich Frau Dr. Bozena Blechert, Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek Kiel, für das freundlicherweise zur Verfügung gestellte Notenmaterial. Ebenso danke ich herzlich Frau Dr. Katrin Schmidinger und Herrn Stefan Schönknecht (Leipzig) für ihre Hilfe und Auskünfte über den Komponisten sowie Frau Saskia Bieber (Frankfurt/M.) für Hinweise zum Musikverlag Zimmermann. Nicht zuletzt gilt mein Dank Herrn Reiner Kontressowitz (Leipzig) für die Lektorierung der Ausgabe und seine redaktionelle Mithilfe.

Peter Damm
Dresden, im Sommer 2010

Carl Reinecke
op. 177 Glückskind und Pechvogel

Märchen-Oper für Kinder in zwei Akten
nach dem gleichnamigen Märchen aus Richard Leander‘s
„Träumereien an französischen Kaminen“ von Heinrich Karsten
Frau Professor Alice Stohmann geb. Degener gewidmet

Klavierauszug zu 4 Händen mit Text
[komponiert 1883]

Personen:
Der König Utopia (Mezzosopran, singt nur auf einem Ton)
Prinzessin Glückskind (Mezzosopran)
Minister Entengrütze, Hofmarschall Fettfleck , Kammerherr Kalbsauge (Beteiligen sich beim Chor der Hofleute)
Pechvogel (Mezzosopran)
Hans Packihn, Fritz Laßnichtos - Polizeidiener (Mezzosoprane)
Chor der Gespielinnen von Prinzessin Glückskind
Chor der Hofleute (Soprane und Alte)