item1a1
item1a1

CARL REINECKE

item1a1
item1a1
item1a1

Presse aktuell

Presse historisch

Besprechungen

Sonstige Medien

Sonstige Medien

Konzerte

Presse-Archiv I

Presse-Archiv II

Konzerte Archiv

item1a1
item1a1
item1a1

Start

Aktuelles

Einführung

Musikverlag

100. Todestag 2010

Reinecke-Symposium

Zu Carl Reinecke

Werke

Notenmaterial

Presse heute/damals

Literatur

Tonaufnahmen

Diskographie

Bilder

Konzerte

Besprechungen

Veröffentlichungen

Beiträge

Sonstiges/Projekte

Gebr. Reinecke Verlag

Links

Dank/Mitarbeit

Postfach

Autoren/Webmaster

Reinecke Musikverlag

item1a1
item1a1

Auf dieser Seite erscheinen Presseberichte.

item1a1
item1a1
item1a1

Zurück zum Anfang

LVZ, 13.03.2010
Programmatisches Feigenblatt
Große Cellistin im Großen Concert mit zum 100. Todestag Carl Reineckes

Hell ist ihr Ton, ungeheuer variabel und gleichsam von innen leuchtend. Genau richtig mithin für die edlen Linien von Edward Elgars Cello-Konzert. Marie-Elisabeth Hecker, 22-jährige Ausnahme-Begabung aus Zwickau nimmt die Effekte des ohnehin uneitlen Konzerts noch weiter zurück, entwickelt die dunkle Glut Elgars ausschließlich von der Linie aus, findet im Adagio zu entrückter Schönheit und scheint selbst im quirligen Finale mehr auf die melancholischen Zwischentöne aus. Keine Frage: Sie setzt die Glanzlichter in den Großen Concerten der Woche.
Dabei müsste doch eigentlich Carl Reinecke im Zentrum stehen. Am Donnerstag jährte sich der Todestag des Dirigenten, Komponisten, Pianisten. Pädagogen, der 35 Jahre lang Gewandhauskapellmeister war, zum 100. Male. Grund genug, im Foyer wieder eine Büste aufzustellen und Grund genug das Konzert wohlklingend dem Jubiläum zu widmen.
Doch dies überdeckt nur notdürftig das schamvoll angeheftete programmatische Feigenblatt: Reineckes Ouvertüre zur Oper „König Manfred“ eröffnet die zweite Halbzeit, das einzige halbwegs populäre Orchesterwerk aus seiner Feder. Dabei gäbe es in seinem großen Werk so viel Sinfonisches zu entdecken. Ein Ärgernis.
Nun gut: Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag am Anfang und Mendelssohns Erste am Ende des Abends mögen immerhin für Reineckes Hausgötter stehen. Und Elgar hätte bestimmt allzu gern bei ihm studiert in Leipzig. Aber was hilft derlei dramaturgische Rechtfertigungsfolklore dem Andenken des Vernachlässigten? Eben.
Immerhin legt sich sein Orchester mit rauschenden Farben, strahlenden Linien und einiger Virtuosität ins Zeug für den Chef mit der bis dato längsten Dienstzeit. Doch auch davon verpufft zu viel in der pauschalen Beliebigkeit, die Gérard Korsten am Pult mehr verwaltet als gestaltet. Ausladend und verspannt schlägt der, wenig ökonomisch und vor allem viel zu kleinteilig für den Fluss dieser Musik. Und für den Rest auch: Haydns 94. Sinfonie versandet in kultivierter Wohlanständigkeit, die an jedem Satzanfang ins Schwimmen gerät und es sogar schafft, den berühmten Paukenschlag verschämt im Tuttischlag des Orchesters zu verstecken. In Mendelssohns sinfonischem Erweckungswerk bietet ihm das Gewandhausorchester alles Erdenkliche - und doch klingt das Opus 11 des späteren Reinecke-Vorgängers abgesehen von einigen betörenden Momenten im Andante und im Trio des Menuetts auch nicht anders als ein etwas fetter mittlerer Haydn.
Bei Elgar schließlich, dessen dunkelwarme Farben dem Gewandhausorchester wie auf den Leib instrumentiert scheinen, zirkelt Korsten zackig die Taktzeiten ab und überlässt es ansonsten den Musikern um Konzertmeister Frank Michael Erben, auf die fabelhafte Hecker und ihre unprätentiöse Innerlichkeit zu reagieren.
Weil das Gewandhausorchester ein exzellentes ist, ist das Ergebnis durchaus hörenswert. Aber auch hier hätte weitaus mehr drin gesteckt in diesem Donnerstagabend der vertanen Chancen.
Peter Korfmacher

LVZ, 15.04.2010
Gutmütiger und bescheidener Musiker
Hochschule veranstaltet am Wochenende Symposium und Konzerte zum 100. Todestag Carl Reineckes

Leipzig, Sommer 1860: Ein Unwetter geht über der Stadt nieder. Hagelkörner erreichen die Größe von Hühnereiern. Baume sind innerhalb kürzester Zeit kahl. Tote Pferde und Hunde liegen auf den Straßen - und mitten in diesem Chaos steht ein 36-jähriger Musiker, der gerade sein neues Zuhause bezieht, die zweite Etage der damaligen Promenadenstraße 15: Carl Reinecke.
Geboren 1824 in Altona ist er nach zwei Leipzig-Aufenthalten 1843-1846 und 1848/49 sowie den Lebensstationen Bremen, Köln, Barmen und Breslau zum Gewandhauskapellmeister berufen worden. Als er den Vertrag unterschreibt, ahnt er es freilich nicht: 35 Jahre lang, bis 1895, sollte er in diesem Amt verbleiben - so lange wie an jenem Pult kein Dirigent vor oder nach ihm. Im Laufe seines Lebens macht er sich über Europa hinaus auch als Pianist, Komponist, Musikpädagoge und Musikschriftsteller einen Namen. Trotzdem verschwindet er nur wenige Jahrzehnte nach, seinem Tod fast völlig aus dem öffentlichen Bewusstsein.
Leipzig; 10. März 2010: 100 Jahre ist es her, dass Reinecke in seinem letzten Zuhause, Querstraße 14, starb. Grund genug also, an den gutmütigen und bescheidenen Musiker zu erinnern. Mit Vorträgen, einer Kranzniederlegung an Reineckes Grab auf dem Südfriedhof, mit Konzerten und der Enthüllung einer Büste im Gewandhaus, die die Familie des in Leipzig lebenden Ururenkels Stefan Schönknecht Reineckes langjähriger Wirkungsstätte schenkt, wird in der Messestadt wieder etwas in Sachen Carl Reinecke getan. Leipzig, April 2010: Die Aktivitäten gehen weiter. Es finden Reinecke- Konzerte auch beim MDR und in der Hochschule für Musik und Theater statt. Doch das Konservatorium, wo Reinecke bis 1902 lehrte, hält nun noch eine Premiere parat: Von morgen bis Sonntag wird im Kammermusiksaal, Grassistraße 8, zum Internationalen ReineckeSymposium geladen. 14 Referenten aus Deutschland, Taiwan, Dänemark und den USA werden erwartet. Ziel ist es, Reineckes Schaffen aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten. So wird es sowohl um seine mit zahlreichen Erschwernissen gespickte Tätigkeit am Leipziger Gewandhaus gehen, als auch um seine Kompositionen, um jüngst erschienene Notenausgaben und die Problematik eines Reinecke-Werkverzeichnisses. Interessante Einblicke versprechen auch die Referate zu seinen Verbindungen mit anderen Musikern wie Clara Schumann, Niels Gade, Joseph Joachim oder Hans von Bülow. Zum Tagungsprogramm zählen überdies zwei Konzerte mit Reinecke-Werken am Freitag und Samstag (jeweils 19.30 Uhr) sowie der Besuch der Grabstätte auf dem Südfriedhof.
Nachdem seit einigen Tagen in der Hochschule schon vier Ausstellungstafeln zum Leben und Werk des Jubilars zu sehen sind, wird zu Beginn des Symposiums eine weitere Reinecke-Büste enthüllt, die - wie das jüngst im Nikisch-Eck des Gewandhauses aufgestellte Exemplar - ein Nachguss ist: Als Modell diente jene Bronze-Büste, die Carl Seffner 1904 zum des 70. Geburtstag Reineckes anfertigte, die aber seit Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen gilt.
Kathrin Schmidinger
@ Symposiums- und Konzertprogramme unter www.carl-reinecke-de und www.hmt-leipzig.de; der Eintritt ist frei

Kulturseite1542010
Kulturseite1542010a

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG 20.04.2010

KAMMERKONZERT
Pianistin zeigt sich als guter Ersatz
Publikum erlebt einen emotionalen Vortrag.

LUBAST/MZ - Der Förderverein zur Kultur- und Denkmalpflege hatte am Sonntag zu einem Kammerkonzert in das Heidehotel Lubast eingeladen. Aber leider konnte das versprochene Debüt des neuen Kammermusikduos, Gerald Fauth am Klavier und der Soloflötist des MDR-Sinfonieorchesters Christian Sprenger, in dieser Besetzung wegen einer Handverletzung des Pianisten nicht stattfinden.

Christian Sprenger, ein Flötist, auf den das MDR-Sinfonieorchester stolz sein kann, hatte aber unter der Maßgabe, das angekündigte Programm trotzdem zu spielen, in Silke Peterson eine wunderbar kongeniale Pianistin als Ersatz in Leipzig gefunden. Beide erwiesen sich wie ein lang aufeinander eingespieltes Duo, bei dem jedes Detail stimmte. Ob in der Es-Dur-Sonate Bachwerke-Verzeichnis 1013 von Johann Sebastian Bach, die heiter mit einem achttaktigen Klaviersolo beginnt und ein bezauberndes Siziliano hat, oder in der Sonate op. 167, genannt "Undine", von Carl Reinecke, der 35 Jahre Chefdirigent des Leipziger Gewandhauses war und dessen 100. Todestag wir

Generalanzeiger Bonn 23.06.2010
Prinz erteilt der Kaisertochter eine Lektion

GeneralanzeigerBonn23062010

FAZ, 19.06.2010
Aus Leipzigs großer Zeit der Musik VON TILMAN KRAUSE

Ein Stück aus der Mitte haben wir hier. 19. Jahrhundert in Reinkultur. Deutsch-musikalische Innerlichkeit von ihrer besten, herzerwärmenden Seite. Carl Reinecke ist der Mann, der uns derlei beschert. Er lebte von 1824 bis 1910. Wer nunmehr fragt, wer das war, muss sich nicht schämen. Über den Komponisten und langjährigsten Kapellmeister, den das legendäre Leipziger Gewandhausorchester jemals hatte, ist die Zeit hinweggegangen. Seine Kompositionen, die sogar ihrem Schöpfer, wie wir hier erfahren, nicht besonders bedeutsam vorkamen, gemessen an den Hervorbringungen eines Mendelssohn und Schumann eines Liszt und Brahms und sogar Ferdinand Hiller, die er allesamt liebevoll porträtiert, seine Kompositionen - also sie werden schon lange nicht mehr gespielt. Aber sein Andenken als Orchesterleiter wird in Leipzig offenbar noch hochgehalten. Und nun hat der rührige, dort ansässige Lehmstedt Verlag Reineckes Lebenserinnerungen herausgebracht.
"Was mich beglückt und was ich hab' erlitten, / Ich schreib's ohn Kunstgepränge, schlicht und wahr." So heißt es in einem dieser Autobiografie vorangestellten Gedicht. Das Bekenntnis zu Schlichtheit, Bescheidenheit und Demut vor der "holden Kunst" durchzieht das ganze Buch. Es folgt getreulich den Lebensstationen des Verfassers, die ihn von seiner Geburt im damals noch zu Dänemark gehörenden Altona über Kopenhagen sowie dann Bremen, Paris, Köln, Barmen und Breslau schließlich 1860 dauerhaft nach Leipzig führen. Es sind diese Jahre vor der Reichseinigung von 1871, die vor allem bei Reinecke lebendig werden, mit ihrem sich internationalisierenden Konzertbetrieb zum einen, aber auch mit ihrem hohen Ideal humanistischen Kulturverständnisses zum anderen. Wie weit liegt diese Zeit, da man an die Einhegung der barbarischen Impulse durch die versöhnende Macht der Musik glauben konnte zurück - und wie nah ist sie uns andererseits noch als ein Vorschein jener Utopie vom friedlichen Verein der Menschen, die ja noch immer unsere Maßstäbe bestimmt. "Sprich aus der Ferne, heimliche Welt. / die sich so gerne zu mir gesellt", möchte man mit Brentano Seite um Seite bei der Lektüre ausrufen. Denn sie bereichert uns kulturhistorisch, doch auch rein menschlich.
Carl Reinecke: Erlebnisse und Bekenntnisse. Lehmstedt, Leipzig. 347 S., 24,90 EUR

dieses Jahr begehen - in der Interpretation der Werke ließen die Künstler durch hervorragende technische Abstimmung und berührende, musikalische Hingabe keine Wünsche offen. Ebenso überzeugend war die von dem bekannten Schweizer Flötenvirtuosen Peter-Lukas Graf gesetzte emotional geladene romantische Violinsonate in A-Dur von Cesar Franck.

Der Dank des begeisterten Publikums nach zwei Zugaben: lang anhaltender Applaus.

Die Liebhaber Konzerte im Heide-Hotel können sich nun freuen auf einen der bedeutendsten Geiger Deutschlands: Professor Heinz Schunk, Träger des Bundesverdienstkreuzes, wird am 16. Mai gemeinsam mit der Pianistin Anika Inagawa in Lubast erwartet. Und die Juni-Veranstaltung bildet den Auftakt für das Gemeinschaftsprojekt des Fördervereins mit der Musikhochschule Weimar.

Einmal im Jahr gibt der Verein künftig herausragenden Studenten die Möglichkeit, ihr Können zu zeigen. Den Anfang machen ein Gitarrenduo, eine Saxophonistin und -eine Pianistin.

Auskünfte zu den einzelnen Veranstaltungen erhalten Interessierte unter Telefon 03491/87 55 49.

KN19062010

Kieler Nachrichten
19.06.2010

LVZ28062010

Leipziger Volkszeitung
28.06.2010

Kieler Nachrichte 7/2010
Ehemalige Leuchten des Nordens • Vortragskonzert zu Reinecke und Woyrsch in der Landesbibliothek
Von Christian Strehk
Kiel. Die Schleswig‑Holsteinische Landesbibliothek (LBSH) durch Sparüberlegungen der Landesregierung komplett in Gefahr zu sehen, müsste eigentlich jeden einigermaßen geschichtsbewussten Einwohner auf die Palme treiben. Der blanke Sarkasmus in der Begrüßung zum traditionellen Kieler‑Woche‑Konzert durch den Leiter Dr. Jens Ahlers ist da keineswegs fehl am Platze. Zwar ließe sich das kulturgeschichtliche Gedächtnis des deutsch‑dänischen Nordens auch anderswo aufbewahren ‑ aber doch nicht mehr vorrangig pflegen und auswerten, wie das in Kiel erfolgreich geschieht.Das bestens besuchte, von der Landeshauptstadt geförderte Konzert im Sartori & Berger‑Speicher gab, eingebettet in die entsprechende Doppel-Ausstellung um die Komponisten Carl Reinecke (1824‑1910) und Felix Woyrsch (1860‑1944), einen lebendigen Eindruck von Musikgeschichte mit holsteinischem Bezug. Reinecke, im damals noch nicht zu Hamburg gehörigen Altona geboren, später dänischer Hofpianist und vor allem langjähriger Gewandhauskapellmeister in Leipzig, findet mit seinem Schaffen in Kiel seit langem besondere Beachtung ‑ vor allem durch Dr. Ute Schwab, ehemalige Leiterin der LBSH‑Musikabteilung. Sie bereitet ein Werkverzeichnis vor und moderierte stimmig die Aufführung des 1864 gedruckten Klavierquintetts A‑Dur op. 83 an.
Wo die anspruchsvollen Tücken des 1864 gedruckten Werkes liegen, offenbarten dann die Hamburg Chamber Players: in einer sauber durchgehörten Intonation der hochromantisch changierenden Harmonik und in pointiert platzierten rhythmischen Widerhaken („Intermezzo“!). Alles andere ist schwungvolle (und auch schwungvoll gespielte) Kammermusik eines konservativen Könners aus der allemal beachtenswerten zweiten Reihe hinter Mendelssohn, Schumann und Brahms.
Felix Woyrsch ist schon aufgrund seiner spätromantischeren Position der komplexere, vergrübeltere Komponist. Sein inniges Albumblatt op. 22 (schön gespielt von Ian Mardon, Violine, und Yuko Hirose, Klavier) erschien dann harmlos gegen das c‑Moll‑Klavierquintett op. 66, das spukhaft und grimmig an den Rändern der Tonalität herumbohrt. Eine verteidigende Abgrenzung gegen die Moderne der Wiener Schule, wie der Woyrsch‑Anwalt Andreas Dreibrodt sie mit höchst anfechtbaren Einordnungen von Schönberg und Lena Meyer‑Landrut vornimmt, hat der Städtische Musikdirektor von Altona aber nicht nötig. Wohl aber seine angemessene Betreuung durch eine intakte Landesbibliothek.

LVZ911Reinecke
Konzert06112010GH
NW3012013
RheinZeitungHochschuleReinecke

26.11.2011
Rhein-Zeitung

Ostfriesische Nachrichten, 14.05.2012
Für Jubiläumskonzert echten Schatz ausgegraben
Neues Wilhelmshavener Sinfonieorchester spielte mit Christoph Otto Beyer inder Lambertikirche - Mitreißendes Sinfonieerlebnis

Aurich. Ein sehr rares und hochkarätiges Musikerlebnis gab es am frühen Sonnabendabend in der Lambertikirche Aurich. Rar deshalb, weil das Neue Wilhelmshavener Sinfonieorchester zu Gast war. Zum ersten Mal - und überhaupt: Wie oft kommt man in Aurich schon in den Genuss von Orchesterklängen? Rar außerdem, weil das Orchester zur Feier seines 20-jährigen Bestehens eine echte Kostbarkeit ausgegraben hatte. Das Konzert für Violoncello und Orchester (op. 82) von Carl Reinecke stand auf dem Programm. Als Solist trat der Auricher Cellist Christoph Otto Beyer auf. Man habe zum Jubiläum etwas Besonderes spielen wollen, da sei man auf das Konzert von Reinecke (1824-1910) gestoßen. Die Noten seien nach einem „hundert-jährigen Dornröschenschlaf“ von ihnen aufgespürt und auf Anfrage des Orchesterleiters. Marcus Prieser neu aufgelegt worden, verriet Beyer. „Allerdings als Reprint", sagte er weiter, „es waren noch einige Fehler drin.“ Diese Fehler waren in den Proben restlos beseitigt worden. Die Orchestermitglieder sind überwiegend Lehrer der Musikschulen Wilhelmshaven und Friesland sowie einige engagierte Laien. Zum Konzert hatten sie sich mit neun Profis verstärkt. Alle Künstler waren aın Sonnabend bestens aufgelegt - obwohl sich lediglich rund 90 Zuhörer eingefunden hatten. … ...Es folgte, das Cello-Konzert von Reinecke (1824-1910). Der im 19. Jahrhundert sehr bekannte Komponist spielt heutzutage eine eher nachgeordnete Rolle. Dabei kennt fast jeder seine Vertonungen von Kinder- und Volksweisen, beispielsweise „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Der Großteil der Blechbläser durfte nun aussetzen, Beyer rückte ins Zentrum des Geschehens. Er hatte die Ouvertüre aus dem Hintergrund verfolgt und steckte nun alle Energie in sein Cello. Schwungvoll und spannungsreich war sein Part im Allegro moderato, in dem er sein" Instrument förmlich

Aurich

bearbeitete und die hohen Töne geradezu zu erklimmen schien. Das Orchester bildete einen Widerpart auf Augenhöhe. In der darauffolgenden ruhigeren Romanze rückte das Cello deutlich in den Vordergrund. Die Streicher und Holzbläser woben dazu einen Klangteppich und waren trotz ihrer zum Teil zahlreichen Ruhephasen im richtigen Moment hellwach; selbst wenn es nur um drei kurze Töne ging, setzten die Violinen diese vollkommen sauber und energiegeladen. Die flirrenden Cellotöne korrespondierten mit den Streichern und Holzbläsern, sehr präzise dirigiert von Marcus Prieser. Zum Finale Allegro vivace wurde das Tempo wieder angezogen. Gut gesetzte Spitzen kennzeichneten diesen Teil. Rasche Bogenstriche und wiederum flirrende hohe Töne vom Cello traten in einen Dialog mit den Streichern und Holzbläsern. Beyer agierte mit atemberaubendem Tempo. Der Lohn war ein langer Applaus, auch von den Kollegen im Orchester. ….
Karin Baumann